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Die Raumfahrt erlebt eine Renaissance – technologisch, ökonomisch und geopolitisch. Längst geht es nicht mehr nur um Wissenschaft und Prestige, sondern um wirtschaftlichen Erfolg, sicherheitsrelevante Infrastruktur und strategische Souveränität. Europa steht vor der Herausforderung, in einer von globaler Konkurrenz geprägten Raumfahrtordnung eigene Akzente zu setzen und strategische Handlungsfähigkeit zu wahren.
Satelliten bilden das Rückgrat moderner Gesellschaften – ob für Kommunikation, Navigation, Finanztransaktionen, Wetterbeobachtung oder militärische Lagebilder. Doch die Abhängigkeit Europas von wenigen Schlüsseltechnologien – etwa bei Trägerraketen oder bei Komponenten und Bauteilen aus Drittstaaten – macht die europäische Raumfahrtinfrastruktur verwundbar. Diese Sitzung beleuchtet Europas technologische, wirtschaftliche und geopolitische Abhängigkeiten im All.
Die neue Sicherheitsstrategie der USA macht eins klar: Europa ist nicht mehr die Priorität der Amerikaner. Die transatlantische Partnerschaft befindet sich in einer ihrer schwersten Krisen. Die Amerikaner fokussieren sich auf den Indopazifik und die gemeinsamen Werte, die lange Zeit das Fundament der Partnerschaft waren, sind längst nicht mehr garantiert. Welche Folgen hat die neue Sicherheitsstrategie der USA und welche Maßnahmen muss Europa daraus ableiten?
Der Weltraum ist längst ein sicherheitspolitisches Handlungsfeld – als Infrastrukturraum, Aufklärungsplattform und potenzielles Konfliktfeld. Die zunehmende Militarisierung des Orbits, Anti-Satelliten-Systeme, Dual-use-Technologien und Strategien der Weltraumdominanz verändern die globale Sicherheitslage grundlegend. Auch Europa muss sich dieser Entwicklung stellen.
Die Raumfahrtindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Neue privatwirtschaftliche Akteure, flexible Geschäftsmodelle, Risikokapital und innovationsgetriebene Technologien verändern das Spielfeld – auch in Europa. Der sogenannte „New Space“-Sektor verspricht nicht nur schnellere Innovationszyklen, sondern auch eine breitere wirtschaftliche Nutzung des Weltraums.
Die Diskussionsrunde soll herausarbeiten, welchen Einfluss innenpolitische Dynamiken – etwa die anstehenden Midtermwahlen – auf die Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump haben. Im Zentrum der Diskussion sollen vor allem die sicherheitspolitischen Auswirkungen auf Europa stehen.
Satelliten sind aus sicherheitspolitischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht kritische Infrastrukturen – und entsprechend attraktiv für Cyberangriffe. Ob durch staatliche Akteure, Hackergruppen oder fehlerhafte Software: Die Bedrohung für satellitengestützte Kommunikationssysteme wächst stetig. Europa steht vor der Herausforderung, seine orbitalen Kommunikationswege resilient, verschlüsselt und unabhängig zu gestalten.
Der Weltraum ist nicht nur ein Ort strategischer Infrastruktur – er ist auch ein einzigartiges Ort, an dem wir vieles lernen können, das uns hier auf der Erde weiterhilft. Die Erforschung unseres Sonnensystems – etwa von Mond, Mars oder den Jupitermonden – liefert uns wertvolle Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten, über Klimaprozesse und über die Bedingungen, unter denen Leben entstehen kann.
Ist das noch Wetter oder schon Klima? Wetter und Klimawandel sind globale Phänomene, die wir ohne Raumfahrt nicht erfassen können. Satellitengestützte Erdbeobachtung liefert unverzichtbare Daten für Klimamodelle, Umweltüberwachung, Wettervorhersagen und Katastrophenschutz. Europa ist auf diesem Feld mit Programmen wie Copernicus, Sentinel und EUMETSAT führend – und der Handlungsdruck wächst.
Der Mond rückt wieder in den Mittelpunkt internationaler Raumfahrtambitionen – als wissenschaftliches Versuchsfeld, als potenzieller Rohstofflieferant und als Testumgebung für künftige Marsmissionen. Auch Europa will hier nicht nur mitfliegen, sondern mitgestalten: mit robotischen Vorläufern, komplexen Infrastrukturkonzepten und perspektivisch eigener astronautischer Präsenz. Diese Sitzung beleuchtet die strategischen, technologischen und politischen Dimensionen der europäischen Mondambitionen.
Der Mensch im All ist nicht nur Symbol technischer Meisterschaft – er ist zugleich ein faszinierendes medizinisches Forschungsobjekt. Denn die extreme Umgebung des Weltraums wirkt tiefgreifend auf den menschlichen Körper: Muskelschwund, Knochenabbau, Kreislaufveränderungen oder verändertes Immunsystem fordern Wissenschaft und Forschung heraus. Europas medizinische Raumfahrtforschung reagiert darauf mit innovativen Konzepten und Technologien.
Die Faszination des Weltraums hat seit jeher die Vorstellungskraft der Menschen beflügelt – und sie ist ein kraftvoller Motor für Neugier, Erkenntnisdrang und technologischen Fortschritt. Raumfahrt begeistert – doch sie braucht Menschen. Ingenieure und Techniker, Wissenschaftler und Visionäre. Europa steht angesichts des demografischen Wandels, des globalen Wettbewerbs und eines zunehmenden Fachkräftemangels vor der Herausforderung, junge Talente für den Raumfahrt-Bereich zu gewinnen – und langfristig zu halten.
Globale Navigationssysteme wie GPS, Galileo, GLONASS oder BeiDou ermöglichen nicht nur die Navigation von Fahrzeugen oder Flugzeugen. Sie sind auch essenziell für präzise Zeitstempel in Finanzsystemen, für Energie- und Kommunikationsnetze sowie für sicherheitsrelevante Anwendungen. Wer diese Signale kontrolliert, kontrolliert ganze Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen.