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Leitfaden Bachelor-/Master-Prüfungsordnungen 2012

Prüfungsordnungen für die Bachelor- und Masterstudiengänge 2012: Neue Regelungen.

Studiengangsmodelle (§ 4)

Neben dem bewährten Modell der Kombination eines Kernfaches (120 LP) mit einem Begleitfach (36 LP) ist es ab dem Wintersemester 2012/13 möglich, zwei gleich gewichtete Fächer à 78 LP miteinander zu kombinieren (siehe Kombinationsmatrix in der Bachelor-Prüfungsordnung).

Ausnahmen bilden die Bachelorstudiengänge „Psychologie“ (B.Sc.) als Ein-Fach-Bachelor-Programm sowie „Asienwissenschaften“ als 120-LP-Kernfach, das nur mit einem Begleitfach im Bereich der orientalischen und asiatischen Sprachen kombiniert werden kann.

Prüfungsausschuss und Geschäftsstelle (§ 6)

Zum Beginn des Wintersemesters ist der Prüfungsausschuss für die Bachelor- und Masterstudiengänge der Philosophischen Fakultät „für die Organisation der Prüfungen sowie die Erledigung der durch diese Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben“ (Abs. 1) zuständig. Der Prüfungsausschuss ist „Behörde im Sinne des Verwaltungsverfahrens- und Verwaltungsprozessrechtes“ (Abs. 2) und wird administrativ durch eine „Geschäftsstelle“ (Abs. 3) unterstützt (das Prüfungsbüro der Philosophischen Fakultät).

Zusammensetzung

  • Vorsitzende/r (Studiendekan/in)
  • Stellv. Vorsitzende/r
  • Je Institut 1 Mitglied sowie deren Stellvertreter aus der Gruppe der Hochschullehrer
  • 2 Mitglieder sowie deren Stellvertreter aus der Gruppe der akademischen Mitarbeiter
  • 2 Mitglieder sowie deren Stellvertreter aus der Gruppe der Studierenden

Aufgaben

  • Überwachung der Einhaltung der Prüfungsordnungen sowie der ordnungsgemäßen Durchführung der Prüfungen (einschließlich Bekanntmachung der Termine und Fristen der Prüfungsverfahren, Bestellung der Prüfer)
  • Entscheidung zu Widersprüchen sowie Einzel- und Härtefallanträgen
  • Genehmigung der Anwesenheitspflicht sowie der Studienleistungen in Lehrveranstaltungen, sofern diese nicht explizit in den studiengangspezifischen Bestimmungen geregelt sind
  • Regelmäßige Berichte (mind. ein Mal pro Jahr) zu den Prüfungsverfahren
  • Erarbeitung von Anregungen zur Reform der Prüfungsordnungen

Prüfer (§ 7)

Prüfungen in den BA- und MA-Studiengängen dürfen von allen „an der Universität Bonn bzw. an den kooperierenden Hochschulen Lehrenden und in der beruflichen Praxis und Ausbildung erfahrene Personen, soweit dies zur Erreichung des Prüfungszwecks erforderlich oder sachgerecht ist, […]“ (Abs. 1) abgenommen werden. Die Bewertung von Prüfungsleistungen darf nur durch Personen erfolgen, die „selbst mindestens die durch die Prüfung festzustellende oder eine gleichwertige Qualifikation besitzen“ (ebd.).

Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen (§ 8)

Teilprüfungsleistungen können angerechnet werden, wobei die Vergabe der Leistungspunkte erst dann erfolgt, wenn das entsprechende Modul zu Ende studiert wurde (der Regelfall sollte aber weiterhin das vollständig angerechnete Modul sein).

Durchführung der studienbegleitenden Prüfungen (§ 11)

Der erste Versuch einer Prüfung muss nicht mehr innerhalb maximaler Fristen nach dem Besuch der ersten Lehrveranstaltung eines Moduls erfolgt sein, da sich solche Fristenregelungen in der Praxis der Prüfungsverwaltung kaum kontrollieren lassen.

Für Hausarbeiten als Modulprüfungen ist durch eine strengere Neuregelung sichergestellt, dass die Abgabe im Regelfall im Semester des Besuchs der damit verbundenen Lehrveranstaltung zu erfolgen hat.

Für alle anderen Prüfungsformen soll vielmehr auf die positiven Anreize guter Lehre und Studienberatung gesetzt werden, um die zügige Absolvierung der Prüfungsverfahren zu gewährleisten.

Die möglichen Formen der Modulprüfungen sind um einige lehrveranstaltungsbezogene Leistungen erweitert worden. Gerade an dieser Stelle gibt es somit Potential zur Reduzierung der Prüfungslast insgesamt, da die Chance besteht, lehrveranstaltungsbezogene Leistungen und Modulabschlussprüfungen zusammenzulegen. Folgende Formen sind als Modulprüfungen zulässig: Klausurarbeiten, mündliche Prüfungsleistungen, Referate, Präsentationen, Hausarbeiten, Projektarbeiten (vgl. § 11, Abs. 3).

Studienleistungen (§ 11, Abs. 4)

Wie in den vergangenen Prüfungsordnungen sind für fast alle Fächer in den studiengangspezifischen Bestimmungen sehr umfangreiche (lehrveranstaltungsbezogene) Studienleistungen als formale Vorleistungen für die Zulassung zu Modulabschlussprüfungen definiert worden – abgesehen von den Vorlesungen wird von den Studierenden verlangt, in so gut wie jeder Lehrveranstaltung einen derartigen formalen „Schein“ zu erwerben. Daraus ergibt sich nach wie vor das organisatorisch-administrative Problem der rechtzeitigen elektronischen Verbuchung von Studienleistungen vor der Zulassung zu den Modulprüfungen.

Die Prüfungsordnung ist an dieser Stelle eindeutig: „Der Modulplan kann bestimmen, dass zur Teilnahme an einer Modulprüfung Vorleistungen (Studienleistungen) zu erbringen sind. Werden diese nicht erbracht, kann die Zulassung zur Modulprüfung nicht erfolgen“. Dies bedeutet demnach auch, dass künftig vom Prüfungsbüro mögliche Vorbehalte nach den Prüfungsanmeldephasen nicht mehr aufgelöst werden, wenn die geforderten Studienleistungen nicht rechtzeitig verbucht sind.

Anwesenheitspflicht (§ 11, Abs. 6)

Eine generelle Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen darf in den BA- und MA-Prüfungsordnungen nicht mehr festgelegt werden. Stattdessen „kann der Prüfungsausschuss auf Antrag eines Lehrenden oder Modulbeauftragten die regelmäßige/ erfolgreiche/ aktive Teilnahme als Voraussetzung für die Zulassung zur Modulprüfung festlegen“ (§ 11, Abs. 6). Dies gilt für „Lehrveranstaltungen (mit Ausnahme von Vorlesungen), in denen das Qualifikationsziel nicht anders erreicht werden kann“ (ebd.). Dabei ist auch „zu definieren, wann eine regelmäßige/ erfolgreiche/ aktive Teilnahme vorliegt“ (ebd.) – hierfür wird der Prüfungsausschuss eine entsprechende Regelung treffen.

Darüber hinaus können die studiengangspezifischen Bestimmungen konkrete Angaben zur Anwesenheitspflicht in bestimmten Lehrveranstaltungen machen.

Wiederholung von Prüfungen (§ 12)

Die Wiederholung von Modulprüfungen muss nicht mehr innerhalb maximaler Fristen erfolgt sein, da sich solche Fristenregelungen in der Praxis der Prüfungsverwaltung kaum kontrollieren lassen.
Vielmehr sollen im Rahmen der Studienberatungsangebote Anreize für die möglichst zügige Wiederholung von Prüfungen erzeugt werden. Dies kann auch bedeuten, zur inhaltlichen Vertiefung und/oder methodischen Festigung den erneuten Besuch von Lehrveranstaltungen zu empfehlen (in solchen Fällen müssen bereits verbuchte Studienleistungen durch das Prüfungsbüro wieder gelöscht werden, damit die/der Studierende die entsprechende Lehrveranstaltung neu belegen kann).

Zur Unterstützung dieser Studienberatungsangebote liefert das Dekanat nach jeder Prüfungsphase den Studiengangsmanagern eine Liste mit Prüflingen, für die ein zweiter Fehlversuch verbucht wurde.
Prüfungsformen (§§ 14-17)

Klausuren können auch im „Multiple-Choice-Verfahren“ durchgeführt werden, „wenn mindestens 50 Prüflinge zur Prüfung angemeldet sind“ (§ 15, Abs. 1). Die Bewertungs- und Wiederholungsregelungen sind hier allerdings derart streng (vgl. Absätze 2 bis 6), dass die Durchführung von Klausuren im „Multiple-Choice-Verfahren“ nur in Ausnahmefällen zu empfehlen ist.

Der Umfang von selbständigen schriftlichen Formen wie Hausarbeiten, verschriftete Referate und schließlich auch BA- bzw. MA-Arbeiten ist nunmehr in einem bestimmten Maß an Zeichen (nicht mehr Seiten) festgelegt, um so den Umfang unabhängig von Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitenrändern objektiv messen zu können. Das Dekanat/Prüfungsbüro leitet daraus aber keine (sozusagen amtliche) Kontrolle des Umfangs dieser schriftlichen Prüfungsleistungen ab, sondern interpretiert diese Angaben als Richtwerte. Es wird weiterhin jede schriftliche Prüfungsform, unabhängig vom Umfang, angenommen, um fachlich bewertet zu werden.
Als formale Modulabschlussprüfungen dürfen nun auch Projektarbeiten (vgl. § 17, Abs. 3) durchgeführt werden, die v.a. dazu dienen sollen, „die Fähigkeit zur Teamarbeit und insbesondere zur Entwicklung, Durchsetzung und Präsentation von Konzepten“ (ebd.) nachzuweisen. Für die Durchführung dieser Prüfungsform gilt, ähnlich der Hausarbeit: „Projektarbeiten müssen bis zum Ende des jeweiligen Semesters, in welchem die Veranstaltung stattfindet, erfolgen“ (ebd.).

Auch Präsentationen und Referate (vgl. § 17, Absätze 4 und 5) sind jetzt nicht nur als Studienleistungen, sondern auch als formale Modulprüfungsleistungen einsetzbar, sofern der Bewertung (v.a. bei Referaten) schriftliche Ausarbeitungen zugrunde liegen. Diese Formen sind ebenfalls bis zum Ende des Semesters (bezogen auf den Besuch der Lehrveranstaltung) zu erbringen.

Weitere Flexibilisierungen der Durchführung von Modulprüfungen ergeben sich aus den neu einsetzbaren Formen des Protokolls (vgl. § 17, Abs. 6) und der Portfolioprüfung (vgl. § 17, Abs. 7). Protokolle bieten im Unterschied zu Hausarbeiten oder Berichten die Möglichkeit, selbstständige wissenschaftliche Arbeiten oder auch Exkursionsteilnahmen in schriftlicher Form zusammenzufassen und damit „den Ablauf und die Ergebnisse dieser Arbeiten bzw. dieser Geländeveranstaltung nachvollziehbar dar[zu]legen“ (vgl. § 17, Abs. 6). Protokolle „stützen sich auf die Mitschrift, wissenschaftliche Originalliteratur und eigene Recherche und sollen sich in ihrer Darstellungsform, ihrer Gliederung und ihrem Umfang […] an wissenschaftlichen Publikationen orientieren“ (ebd.). Im Gegensatz dazu sind Portfolios „grundsätzlich unbenotete, vom Studierenden kommentierte, als Studienleistung erbrachte Materialsammlungen und/oder Dokumentationen und/oder Berichte im Kontext von Praktika bzw. fachrelevanten, praxisnahen Projekten, von Tutoren- und Mentorentätigkeiten“ (vgl. § 17, Abs. 7). Das Portfolio sollte eine Einleitung und ein Resümee enthalten. Diese Form ist daher ganz besonders gut für praxisnahe, berufsfeldorientierende Module geeignet, in denen es oft schwierig ist, eine konkrete Benotung zu finden. Hier ist allerdings zu beachten, dass formal gesehen das Portfolio keine Modulabschlussprüfung darstellt, sondern eine Studienleistung, auf deren Basis die Leistungspunkte vergeben werden – diese Module sind daher mit „keine Prüfung“ gekennzeichnet (vgl. u.a. Modul 503101300 im BA-Studiengang „Politik und Gesellschaft“). Auch für die Formen des Protokolls und des Portfolios gilt die Erbringung der Leistung bis zum Ende des Semesters (bezogen auf den Besuch der Lehrveranstaltung).

Bachelorarbeit (§ 18)

Aufgrund der neuen Zwei-Fach-Studiengangsmodelle ergeben sich auch für die Bachelorarbeit neue Chancen und Konstellationen: Wurde bislang die Bachelorarbeit, von sehr wenigen Ausnahmefällen abgesehen, immer im Kernfach geschrieben, so bietet das neue Zwei-Fach-Modell verstärkt die Möglichkeit zu interdisziplinären Themenstellungen. Im Regelfall wird voraussichtlich weiterhin ein Thema in einem der beiden Fächer im Zwei-Fach-Modell gestellt werden. Zur interdisziplinären Themenstellung wird in der Prüfungsordnung aber ausdrücklich ermutigt, sofern „die Betreuung durch je einen Prüfer bzw. Gutachter pro Fach gewährleistet ist“ (vgl. § 18, Abs. 1).

Aufgrund des Stellenwerts der Bachelorarbeit als gleichgewichtete Prüfungsleistung mit allen anderen Modulen (12 LP) sowie aufgrund des Umfangs und der in der Regel vergleichsweise späten Anmeldung gegen Ende des Bachelorstudiums (obwohl sie grundsätzlich eine studienbegleitende Prüfungsleistung darstellt, die bereits bei 108 LP angemeldet werden kann) ist im Zuge der Überarbeitung der BA-Prüfungsordnung entschieden worden, die Bearbeitungszeit auf drei Monate zu verkürzen (Verlängerungen von bis zu sechs Wochen sind auf begründeten Antrag und im Einvernehmen mit dem Themensteller/Betreuer möglich). Zudem wird künftig das Dekanat alle zugelassenen Bonner Masterbewerber/innen bei der Vergabe der Zulassungsbescheide auffordern, die Bachelorarbeit anzumelden, sofern dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschehen ist – damit soll sichergestellt werden, dass die zugelassenen Masterkandidaten/innen die Bachelorarbeit als (in der Regel) letzte BA-Prüfungsleistung möglichst vor Beginn des ersten Mastersemesters abgegeben haben.

Zeugnis (§ 21)

Das Zeugnis wird generell nur noch in der deutschsprachigen Fassung ausgestellt, da abgesehen von den englischen Modultiteln in der Vergangenheit die Möglichkeiten der Übersetzung wichtiger amtlicher Termini oder auch der Notenwerte sehr eingeschränkt waren.

Das Zeugnis trägt künftig das Ausstellungsdatum und wird von der oder dem Prüfungsausschussvorsitzenden (Studiendekan/in) unterschrieben. Das Datum der letzten Prüfungsleistung wird zusätzlich ausgewiesen.

Übergangsregelungen (§ 27)

Paragraph 27 regelt die grundsätzliche Gewährleistungsfrist für alle Studiengangsmodelle der alten Prüfungsordnungsversionen (30.09.2015) sowie die Möglichkeiten eines Wechsels von der alten zur neuen Prüfungsordnungsversion.

Grundsätzlich muss der Wechsel von alter zu neuer Prüfungsordnungsversion von einem echten Fachwechsel unterschieden werden: Von einem Wechsel der Prüfungsordnungsversion, welcher ohne formale Umschreibung im Studentensekretariat administrativ vom Prüfungsbüro abgewickelt werden kann (mittels einfacher Umbuchung des eingeschriebenen Studiengangs in die Version 20122), ist nur in solchen Fällen zu sprechen, in denen innerhalb desselben Studiengangs auf die neue Prüfungsordnungsversion gewechselt wird. Dies bedeutet, dass weder das Fach oder die Fächerkombination noch das Studiengangs- bzw. Kombinationsmodell (Kern-/Begleitfach, Zwei-Fach) gewechselt werden – solche Fälle konstituieren vielmehr einen wirklichen Fachwechsel. So liegt ein Fachwechsel bereits dann vor, wenn von alten ‚Mono-Bachelor‘-Modellen (Archäologien, Asienwissenschaften, Kunstgeschichte, Politik und Gesellschaft) auf neue Kern-/Begleitfach-Modelle gewechselt wird, d.h. hier müssen sich die Studierenden im Studentensekretariat in das jeweils neue Modell umschreiben.

Für einen Wechsel der Prüfungsordnungsversion besteht weder ein Rechtsanspruch noch ein behördlicher Zwang oder Automatismus. Studierende, die einen Versionswechsel wünschen, müssen einen schriftlichen Antrag an den Prüfungsausschuss stellen (zu hinterlegen bei der Geschäftsstelle, d.h. im Prüfungsbüro), in welchem Sie nachvollziehbar die Gründe für den Wechsel anführen (z.B. bestimmte Vorteile hinsichtlich Studienverlauf, Wahlmöglichkeiten usw.) und zusätzlich erklären, dass im Falle einer Genehmigung des Antrags der Versionswechsel unwiderruflich vollzogen werden kann. Dem Antrag ist eine schriftliche Bestätigung beizufügen, dass hinsichtlich des Wechsels eine Studienfachberatung stattgefunden hat (hier sollten möglichst nur Studiengangsmanager/innen und Kustoden/innen unterschreiben). Nach erfolgtem Wechsel werden bereits erbrachte Prüfungsleistungen von Amts wegen anerkannt; ein gesondertes Antragsverfahren für die Anrechnung von Prüfungsleistungen ist in diesen Fällen nicht mehr nötig.

 

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